Spiderman: Vom Comic zum Kassenschlager

Er hat lange warten müssen, bis er aus dem Schatten von Batman und Superman heraustreten konnte. Vielleicht weil Peter Parker kein reicher Geschäftsmann war und auch nicht von einem anderen Planeten stammte, dauerte es, bis Spiderman es von Nischencomic zum Massenliebling schaffte. Dabei war es der große Comic-Produzent Stan Lee, der dem Spinnenmann einst zum Leben erweckte. Lee, der bei Marvel Comics alle großen Namen erschuf, hatte bereits 1962 die Idee zum jungen Superhelden, den seine übermenschlichen Kräfte auch noch mitten in der Pubertät erreichten.

Was Spiderman ausserdem so besonders machte, war die Tatsache, der er jung war und alleine – ganz wie in seinem Privatleben, denn er war Vollwaise und wuchs bei seinem Onkel und Tante auf. Jungen Superhelden war bislang nur die Rolle als Helfer zugedacht gewesen, wie Robin bei Batman. Doch die Spinne löste ihre Fälle auf eigene Faust und nicht immer um Gefallen der Obrigkeiten.

Seine Fähigkeiten umfassen das Laufen auf senkrechten Oberflächen , das Abschießen von Spinnenfäden und dank seinen Spinnensinns Gefahren schneller als normale Menschen erkennen zu können. Er bekommt die Kräfte als er bei einem Wissenschaftstag von einer radioaktiven Spinne gebissen wird. Zunächst hat er nur die Spinnenkräfte, entwickelt aber selbst eine Vorrichtung, mit der er Spinnenfäden abschießen kann. Mit diesen Fäden kann er sich durch Häuserschluchten hangeln, aber auch Bösewichte einwickeln und Netze spannen.

Das erste Mal erschien Spider-Man in einem Comic-Sammelband names Amazing Fantasy #15 im August 1962. Die Geschichte war ein voller Erfolg und so entschloss man sich bei Marvel, ihm bald eine eigene Comic-Serie zu geben. 1965 war Peter Parker bei Collegestudenten so beliebt wie Bob Dylan, und 1967 schaffte er es erstmals ins Fernsehen.

Die TV-Serie Spider-Man lief zunächst drei Jahre lang bei ABC, bevor auch andere Sender wie PBC eigene Produktionen machten. Die jüngste ist Ultimate Spiderman, die von 2012 bis 2017 lief. Der erste Spiderman-Darsteller war übrigens Nicholas Hammond in einer Fernsehserie von 1978 bis 1979 als Amazing Spiderman.

Der ganz große Erfolg kam aber mit den Hollywood-Blockbustern. Als 2002 Tobey Maguire den jungen Peter Parker erstmals auf der Leinwand darstellte, rannte die Fans in Scharen in die Lichtspieltheater. Maguire spielte den Superhelden auch noch in Spiderman 2und Spiderman 3, bis de Produktionsfirma Sony einen Neuanfang wollte und die Crew austauschte. In The Amazing Spiderman verkörperte Andrew Garfield den Teenager und durfte sogar noch eine Fortsetzung drehen. Tom Holland schliesslich wurde für die Filme Captain America: Civil War verpflichtet, drehte dann aber auch noch Spider-Man: Homecoming und soll auch in einem neuen Avengers-Film dabei sein.

Und auch am Broadway ging das Spider-Fieber nicht vorbei. U2-Sänger Bono schuf eine der teuersten Produktionen im Theater. Zwar wurden die Musik und das Skript nicht enthusiastisch gefeiert, die Zuschauer liebten aber die Stunts und die aufwändige Produktion.